Italowestern: Das wird man doch noch sagen dürfen.

Ein paar Wahrheiten über das beste Filmgenre der Welt:

1. Wenn dir ein guter Italowestern empfohlen wird und du mit »Western? Ich mag keine Western« antwortest, ist das in etwa so dumm, wie wenn dir eine Schüssel Wurstsalat angeboten wird und du antwortest »Salat? Ich mag doch kein Grünzeug!«
2. Wenn ein Film scheisse ist, liegt das in den meisten Fällen daran, dass seine Macher nicht genügend Italowestern gesehen haben.
3. Man muss Italowestern allein schon deshalb lieben, weil die Italiener begriffen haben, dass der Film eine Kunstform ist, die von Stilisierung lebt und deshalb auf Glaubwürdigkeit und Realitätsnähe verzichten kann. Ehrlich, so was braucht man in Filmen nicht. Symbolismus und Inszenierung sind wichtiger.
4. Dass es um die sechzig Filme gibt, die »Django« im Titel tragen, ist schon bescheuert genug, da um die dreissig davon nie als Django-Filme gedacht waren und nur aus marketingtechnischen Gründen in der deutschen Synchro-Fassung zu Django-Nachfolgern umgeändert wurden und weitere zwanzig entweder auf Drängen des Filmstudios auf Django getrimmt oder zur Umgehung der Zensur inoffiziell mit alternativem Django-Titel vertrieben wurden. Aber generell sind wirklich alle Django-Fortsetzungen unlogischer Unsinn, da dem Titelhelden im Original-Django von 1966 die Hände verstümmelt werden und er des Schießens somit nur noch rudimentär fähig ist.
5. Ennio Morricone und Sergio Leone haben keine Oscars, sondern Nobelpreise verdient.
6. Der Unterschied zwischen Ennio Morricone und Hans Zimmer besteht darin, dass Ennio Morricone Kompositionen mit 90-Mann-Besetzung inklusive Pauken, Posaunen und Chören arrangieren kann, ohne dabei zu schreien »OH MEIN GOTT ICH MACH JETZT TOTAL EPISCHE ENDZEIT-APOKALYPSE-MUSIK UND MUSS DABEI KLINGEN WIE WAGNER FÜR ARME!!1!«
7. Dass man bei Synchro-Fassungen, die vor den Neunzigern veröffentlicht wurden, generell sehr vorsichtig sein muss, ist allgemein bekannt. Dass das bei kontroversen Filmen noch mehr der Fall ist, dürfte ebenfalls klar sein. Aber da in keinem Filmgenre so viel Synchronisations-Schindluder betrieben wurde wie im Italowestern, lohnt es sich eigentlich wirklich, italienisch zu lernen.
8. Ein Indiz dafür, dass ein Western scheisse ist: Er wurde auf amerikanischem Grund und Boden gedreht.
9. Ein Indiz dafür, dass ein Italowestern großartig ist: Er wurde vom Evangelischen Filmbeobachter verrissen.
10. Die einzige Existenzberechtigung des amerikanischen Western besteht darin, dass das Genre maßgeblich zur Entstehung des Italowestern beigetragen hat.
11. »Keoma« ist der unterbewertetste Film aller Zeiten.
12. »Spiel mir das Lied vom Tod« ist der beste Film aller Zeiten.
13. L’HAI AMATA OOOOOO-OOOOOHHH! L’AI PERDUTA OOOOOO-OO-OO-OOOHHH! L’HAI PERDUTA PER SEEEEEEEMPREEEEEEE DJAAAAANGOOOOOO!!!

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